Filme eintesten

Die bei einem Film erreichbare Empfindlichkeit und der Kontrast sind von der Entwicklung abhängig. Um diese Werte für eine bestimmte Film-Entwickler-Kombination zu bestimmen, wurde vor Jahren in der Zeitschrift Foto-Hobbylabor (später Foto & Labor, gibt's leider schon lange nicht mehr) eine Vorgehensweise beschrieben, die ich leicht abgewandelt habe und hier als „Kochrezept“ wiedergebe.

In dem Artikel wurde damals für die grobe Bestimmung von Entwicklungszeit, Empfindlichkeit und Kontrast zunächst eine Methode vorgestellt, die von einer Graustufenkarte ausgeht. Dies möchte ich hier gar nicht beschreiben, da ich aufgrund von Streulichteinflüssen damit keine guten Erfahrungen gemacht habe und die Ergebnisse damit dann auch noch vom verwendeten Objektiv und der Kamera abhängen.

Sie benötigen folgende Gerätschaften:

  • Kamera mit Objektiv, vorzugsweise mit TTL-Messung
  • eine gleichmäßige, helle Fläche
  • Utensilien, um den Film zu entwickeln
  • Film mit 12 Aufnahmen
  • einen Laborbelichtungsmesser, der optische Dichten ausgibt
  • einen Vergrößerer

Aufnahme

  1. Stellen Sie an der Kamera die Nennempfindlichkeit des Films ein.
  2. Bestimmen Sie eine Belichtungszeit für eine Blende von 5,6. Ändern Sie gegebenenfalls die Vorlage oder die Beleuchtung. Auch über die Fokussierung kann die Belichtung ein klein wenig angepaßt werden. Die Belichtung muß genau stimmen, also Blende 5,6 und eine passende Zeit. Das Objekt muß nicht scharf abgebildet werden und verwackeln dürfen Sie die Aufnahmen auch.
  3. Lassen Sie die Belichtungszeit immer gleich. Fertigen Sie eine Belichtungsreihe mit der unten stehenden Blendenreihe an.
  4. Entwickeln Sie den Film wie üblich.
22 16-22 16 11-16 11 5,6 4 2,8-4 2,8 2-2,8 2


Auswertung

  1. Nach dem Trocknen legen Sie den Film in den Vergrößerer und nullen das Dichtemeßgerät mit einem unbelichteten Filmstück.
  2. Messen Sie die Dichten aller Felder aus. Zur Erleichterung hier Bezeichnungen für die Felder:
Bezeichnung Aufnahmeblende
S2- 22
S- 22-16
S 16
S+ 16-11
S2+ 11
N 5,6
L2- 4
L- 4-2,8
L 2,8
L+ 2,8-2
L2+ 2
Feld Änderung
S2- +3 DIN
S- +1,5 DIN
S ±0 DIN
S+ -1,5 DIN
S2+ -3 DIN

Die Differenz aus dem L- und dem S-Wert teilen Sie durch 1,5 und erhalten damit den β-Wert (Beta-Wert). Dieser sollte für Kondensorvergrößerer bei 0,55 und für Mischschachtvergrößerer bei 0,7 liegen.

Korrekturen

Ist der Beta-Wert (Kontrast) zu hoch, dann wiederholen Sie die Prozedur mit einer kürzeren Entwicklungszeit. Ist er zu niedrig, dann verlängern Sie die Entwicklungsdauer. Mit dieser Methode können Sie schnell und einfach die passende Entwicklungszeit und Filmempfindlichkeit ermitteln.

labor/filmeeintesten.txt · Zuletzt geändert: 26.06.2018 13:47 von Alexander Selzer
Powered by PHP Driven by DokuWiki Recent changes RSS feed Valid CSS Valid XHTML 1.0 Valid HTML5