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Planfilme entwickeln

Planfilme sind photographische Aufzeichnungsmaterialien, die aus einer lichtempfindlichem Emulsion bestehen, die auf einen flexiblen Träger (meist Acetylzellulose oder Polyester) aufgebracht ist. Im Gegensatz zu Rollfilmen wird für jede Aufnahme ein eigenes Blatt Planfilm verwendet. Der Film ist also auch nicht aufgerollt, sondern eben plan. Die üblichen Größen bewegen sich von 6,5×9 cm² bis 8×10 Zoll².

Da wir es hier mit einzelnen Blättern, ähnlich wie Photopapier, zu tun haben, können diese Filme auch nicht genauso wie Rollfilme verarbeitet werden. Es bieten sich folgende Verarbeitungsmöglichkeiten an:

  1. Entwicklung in Schalen
  2. Entwicklung in Tanks
  3. Entwicklung in Dosen mit Spiraleinsätzen
  4. Entwicklung in speziellen Planfilmdosen (ExpertDrum)

Flächenvergleich

Um einen Film zu entwickeln ist dazu eine bestimmte Mindestmenge der Chemikalien notwendig. Wird diese unterschritten ist mit Unterentwicklung zu rechnen. Da vielfach die Ausnutzbarkeit von photographischen Verarbeitungsbädern nur für Kleinbildfilme (135-36) angegeben wird, muß man die Fläche eines Kleinbildfilms mit 36 Aufnahmen auf die Planfilmformate umrechnen. Ohne das jetzt auf den Quadratmillimeter genau auszurechnen, kann man davon ausgehen, daß
 1Kleinbildfilm (Typ 135, 36 Aufnahmen)
=1Planfilm 8"×10"
=1Planfilm 18×24 cm²
=2Planfilme 13×18 cm²
=2Planfilme 5"×7"
=4Planfilme 4"×5"
=5Planfilme 9×12 cm²
=8Planfilme 6,5×9 cm²

Entwicklungsmöglichkeiten

1. Entwicklung in Schalen

Die Schalenentwicklung ist die einfachste und von den Investitionen auch die preiswerteste Möglichkeit zur Planfilmentwicklung. Wenn Sie bereits Photopapier verarbeiten, dann brauchen Sie in den meisten Fällen noch nicht mal spezielle Schalen.

Gegenüber der Verarbeitung von Photopapier ist nur zu beachten, daß der Entwicklungsprozeß in vollkommener Dunkelheit stattfinden muß. Ausnahmen bestehen bei unsensibilisierten und orthochromatischen Materialien. bei diesen können passende Dunkelkammerlampen verwendet werden. Hierzu beachten Sie bitte die Angaben der Filmhersteller.

Die Schalengröße sollte eine Stufe größer sein, als das Filmformat. Dies gilt besonders, wenn mehrere Blatt gleichzeitig entwickelt werden sollen. Die Flüssigkeitsmenge richtet sich einerseits nach der Anzahl der Filme und damit der für die Filmfläche notwenigen Menge, andererseits nach der Schalengröße und ob die Rippen im Boden erhaben (mehr) oder vertieft (weniger Flüssigkeit notwendig) sind.

Für den Anfang empfehle ich, nur ein Blatt gleichzeitig zu entwickeln. Geben Sie das Blatt mit der Schichtseite nach oben zügig in den Entwickler, genauso, wie bei der Verarbeitung von Photopapier. Achten Sie darauf, daß das Blatt vollständig vom Entwickler bedeckt ist.
Planfilm in der Schale Beginnen Sie sofort mit der Bewegung der Schale:
  1. rechte Seite (A) etwas anheben und abstellen,
  2. vorne (B) anheben und abstellen,
  3. linke Seite (C) anheben und abstellen,
  4. vorne (B) anheben und abstellen,
  5. rechte Seite (A) anheben und abstellen,
  6. usw.

Achten Sie darauf, daß keine Flüssigkeiten überschwappen!

Etwa 15 Sekunden vor Ende der Entwicklungszeit nehmen Sie das Blatt heraus, lassen es über eine Ecke abtropfen und bringen es in's Stoppbad.

Sie fragen sich jetzt vielleicht, wie Sie im Dunkeln die Zeit bestimmen sollen.

Vorteile:

Nachteile:

2. Entwicklung im Tank

Die Tankentwicklung ist eigentlich die klassische Art der Filmverarbeitung. Dabei wir der Planfilm an den Ecken in Rahmen aus Edelstahl gespannt und dann in das Entwicklungsbad gehängt. Die Bewegung erfolgt entweder durch Anheben des Rahmens oder durch Einsprudeln von Stickstoff. Für jedes Bad (Entwickler, Stoppbad, Fixierbad, Wässerung) ist ein eigener Tank erforderlich, wobei die Verarbeitung im Dunkeln erfolgt, da die Tanks offen sind.

Die kleinste Variante dieser Hängetanks wird komplett manuell bedient (Bewegung des Entwicklungsgutes), die größeren Anlagen, wie sie in Fachlabors auch zur Entwicklung von Kleinbild- und Rollfilmen geeignet sind, lassen sich komplett automatisieren und auch beheizen. Dies macht sie für alle Prozesse, also auch die Farbfilmentwicklung geeignet. Ein Nachteil ist der große Chemikalienbedarf für eine Tankfüllung, der hohe Anschaffungspreis (je nach Komfort) und der unter Umständen große Platzbedarf. Für den Amateuranwender und bei nur geringen Durchsätzen ist dies die unwirtschaftlichste Methode.

Es gibt Tanks bis zur Filmgröße 4×5 Zoll², in die eine Anzahl von Filmen in Führungen gesteckt werden kann und deren Handhabung nach Schließen des Deckels dann ähnlich einer Entwicklungsdose ist. Auch hier ist der Flüssigkeitsbedarf hoch.

3. Entwicklung in Dosen mit Spiraleinsätzen

Für die Jobo-Dosen der 2500er Reihe gibt es die Planfilmspirale 2509n, in die 6 Planfilme der Größen 6,5×9 cm², 9×12 cm² und 4×5 Zoll² passen. Die Verarbeitung kann wie mit einer Kippdose (mit hohem Chemikalienbedarf) oder in Rotation in einem Jobo-Prozessor erfolgen. Je nach Dosengröße können auch mehrere Spiralen gleichzeitig eingesetzt werden, so daß auch Vielfache von sechs Filmen entwickelt werden können.

Immer wieder wird von Problemen mit ungleichmäßiger Entwicklung an den Filmrändern durch Strömungserscheinungen an den Spiralen berichtet.

4. Entwicklung in speziellen Planfilmdosen

Schnitt durch eine Jobo ExpertDrum

Die Jobo ExpertDrums (Serie 3000) sind große Trommeln, die kleinere Röhren beinhalten, in die jeweils ein Film gesteckt wird. Sie sind praktisch nur in Rotation einzusetzen. Dazu ist ein Jobo CPA-2, CPP-2 oder ATL 2 oder höher notwendig. Die Anzahl der gleichzeitig zu entwickelnden Filme ist kleiner als bei einem voll ausgebauten System mit 2509n-Spiralen, jedoch sind hier auch größere Formate zu entwickeln. So habe ich z.B. eine 3006 für die Entwicklung von sechs Planfilmen 13×18 cm² im Einsatz.

Der Chemikalienverbrauch ist relativ gering und die Entwicklung absolut gleichmäßig und ohne Strömungserscheinungen.
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Zuletzt geändert am 12. November 2005 - [Impressum]