![]() |
|
| Planfilme entwickeln |
Planfilme sind photographische Aufzeichnungsmaterialien, die aus einer lichtempfindlichem Emulsion bestehen, die auf einen flexiblen Träger (meist Acetylzellulose oder Polyester) aufgebracht ist. Im Gegensatz zu Rollfilmen wird für jede Aufnahme ein eigenes Blatt Planfilm verwendet. Der Film ist also auch nicht aufgerollt, sondern eben plan. Die üblichen Größen bewegen sich von 6,5×9 cm² bis 8×10 Zoll².
Da wir es hier mit einzelnen Blättern, ähnlich wie Photopapier, zu tun haben, können diese Filme auch nicht genauso wie Rollfilme verarbeitet werden. Es bieten sich folgende Verarbeitungsmöglichkeiten an:
| 1 | Kleinbildfilm (Typ 135, 36 Aufnahmen) | |
| = | 1 | Planfilm 8"×10" |
| = | 1 | Planfilm 18×24 cm² |
| = | 2 | Planfilme 13×18 cm² |
| = | 2 | Planfilme 5"×7" |
| = | 4 | Planfilme 4"×5" |
| = | 5 | Planfilme 9×12 cm² |
| = | 8 | Planfilme 6,5×9 cm² |
Gegenüber der Verarbeitung von Photopapier ist nur zu beachten, daß der Entwicklungsprozeß in vollkommener Dunkelheit stattfinden muß. Ausnahmen bestehen bei unsensibilisierten und orthochromatischen Materialien. bei diesen können passende Dunkelkammerlampen verwendet werden. Hierzu beachten Sie bitte die Angaben der Filmhersteller.
Die Schalengröße sollte eine Stufe größer sein, als das Filmformat. Dies gilt besonders, wenn mehrere Blatt gleichzeitig entwickelt werden sollen. Die Flüssigkeitsmenge richtet sich einerseits nach der Anzahl der Filme und damit der für die Filmfläche notwenigen Menge, andererseits nach der Schalengröße und ob die Rippen im Boden erhaben (mehr) oder vertieft (weniger Flüssigkeit notwendig) sind.
Für den Anfang empfehle ich, nur ein Blatt gleichzeitig zu entwickeln. Geben Sie das Blatt mit der Schichtseite nach oben zügig in den Entwickler, genauso, wie bei der Verarbeitung von Photopapier. Achten Sie darauf, daß das Blatt vollständig vom Entwickler bedeckt ist.
|
Beginnen Sie sofort mit der Bewegung der Schale:
Achten Sie darauf, daß keine Flüssigkeiten überschwappen! |
Etwa 15 Sekunden vor Ende der Entwicklungszeit nehmen Sie das Blatt heraus, lassen es über eine Ecke abtropfen und bringen es in's Stoppbad.
Sie fragen sich jetzt vielleicht, wie Sie im Dunkeln die Zeit bestimmen sollen.
Vorteile:
Nachteile:
Die kleinste Variante dieser Hängetanks wird komplett manuell bedient (Bewegung des Entwicklungsgutes), die größeren Anlagen, wie sie in Fachlabors auch zur Entwicklung von Kleinbild- und Rollfilmen geeignet sind, lassen sich komplett automatisieren und auch beheizen. Dies macht sie für alle Prozesse, also auch die Farbfilmentwicklung geeignet. Ein Nachteil ist der große Chemikalienbedarf für eine Tankfüllung, der hohe Anschaffungspreis (je nach Komfort) und der unter Umständen große Platzbedarf. Für den Amateuranwender und bei nur geringen Durchsätzen ist dies die unwirtschaftlichste Methode.
Es gibt Tanks bis zur Filmgröße 4×5 Zoll², in die eine Anzahl von Filmen in Führungen gesteckt werden kann und deren Handhabung nach Schließen des Deckels dann ähnlich einer Entwicklungsdose ist. Auch hier ist der Flüssigkeitsbedarf hoch.
Immer wieder wird von Problemen mit ungleichmäßiger Entwicklung an den Filmrändern durch Strömungserscheinungen an den Spiralen berichtet.
Die Jobo ExpertDrums (Serie 3000) sind große Trommeln, die kleinere Röhren beinhalten, in die jeweils ein Film gesteckt wird. Sie sind praktisch nur in Rotation einzusetzen. Dazu ist ein Jobo CPA-2, CPP-2 oder ATL 2 oder höher notwendig. Die Anzahl der gleichzeitig zu entwickelnden Filme ist kleiner als bei einem voll ausgebauten System mit 2509n-Spiralen, jedoch sind hier auch größere Formate zu entwickeln. So habe ich z.B. eine 3006 für die Entwicklung von sechs Planfilmen 13×18 cm² im Einsatz.
Der Chemikalienverbrauch ist relativ gering und die Entwicklung absolut
gleichmäßig und ohne Strömungserscheinungen.
| [Startseite] |